Das Gesetz für den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) enthält Vorgaben zur operativen Restrukturierung von Unternehmen. Damit ist die zügige Optimierung der Kosten- und Ertragssituation gemeint. Das Ziel besteht in der Umsetzung geeigneter Konzepte zur Kostensenkung, zur Einkaufs- und Prozessanalyse sowie zur Umsatzsteigerung. Dabei haben Lösungen, die von allen Beteiligten unterstützt werden, die größten Erfolgschancen.

Im Folgenden lesen Sie, was eine operative Restrukturierung allgemein ausmacht. Sie lesen, warum es sinnvoll ist, Experten in den Prozess einzubinden. Diese helfen unter anderem dabei, die Vorgaben des StaRUG zur operativen Restrukturierung umzusetzen, die Ziele im Auge zu behalten und Ergebnisse zu garantieren. Grundsätzlich sollten Führungskräfte bei der operativen Restrukturierung stets einen ganzheitlichen und zukunftsorientierten Ansatz anwenden. So lässt sich auch ein eventuell folgendes StaRUG-Verfahren besser organisieren.

Operative Restrukturierung: Definition

Eine operative Restrukturierung zielt darauf ab, die Ertragslage eines Unternehmens zu verbessern. So soll die kurzfristige Überlebensfähigkeit in einer Krise gesichert werden. Gezielte Maßnahmen, um Kosten zu senken, helfen dabei, dieses Ziel zu erreichen.

Damit die operative Restrukturierung funktioniert, ist es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen des Unternehmens sollten vom Management, den Beschäftigten, von Finanzierern sowie von Lieferanten und Kunden unterstützt werden. Dafür ist zunächst eine eingehende Analyse sowie ein überzeugendes Konzept notwendig.

Die operative Restrukturierung folgt normalerweise einer wirtschaftlichen Krisensituation wie etwa einer Ertrags- oder Liquiditätskrise. Ein schnelles Vorgehen hilft dabei, dem betroffenen Unternehmen finanziellen Spielraum zurückzugeben. Dies ist nicht mit der strategischen Restrukturierung zu verwechseln, die auf eine anhaltende Wettbewerbsfähigkeit abzielt und so das Geschäftsmodell langfristig sichert.

Maßnahmen für die operative Restrukturierung

Bei der Restrukturierung von Unternehmen ist zunächst eine offene Bestandsaufnahme zur Bestimmung der aktuellen Situation des Unternehmens notwendig. Anschließend wird in drei eng verzahnten Konzepten definiert und umgesetzt, mit welchen Maßnahmen die Krise überwunden werden kann: Das finanzielle Konzept sichert die Liquidität, während das strategische Konzept das langfristige Überleben des Unternehmens durch Anpassungen im Geschäftsmodell im Blick hat. Das operative Konzept steuert die rasche Umsetzung der ersten wichtigen Maßnahmen im Rahmen der Restrukturierung.

Mögliche finanzielle Maßnahmen der operativen Restrukturierung sind zum Beispiel Personalmaßnahmen, das Aufdecken kurzfristiger Liquiditätsreserven, die Erstellung kurzfristiger Liquiditätsrechnungen sowie Sofortmaßnahmen zum Working Capital aus Forderungen, Lagerbeständen und Verbindlichkeiten.

Damit die operative Restrukturierung gelingt, ist es empfehlenswert, mit erfahrenen Experten zusammenzuarbeiten. So sind gute Chancen auf eine zügige und nachhaltige Restrukturierung von Unternehmen gegeben. Die Experten sollten sich sowohl in der finanziellen als auch in der strategischen und der operativen Restrukturierung auskennen, um die Konzepte entsprechend aufeinander und mit der Geschäftsleitung des Unternehmens abstimmen zu können.

Die folgenden drei Elemente der operativen Restrukturierung kommen häufig zum Einsatz:

#1 Personalumbau

Eine rasche Maßnahme bei finanziellen Schwierigkeiten ist eine Umschulung der Belegschaft. Denn so lässt sich der Personalabbau minimieren. Bei einem Personalumbau geht es darum, die  Kapazität und den effizienten Einsatz des Personal durch Schulungen in neuen Kompetenzen auszuschöpfen. Um einen notwendigen Personalabbau so gering wie möglich zu halten, haben Umschulung und der effizientere Einsatz des Personals stets Vorrang.

Häufig liegt eine Priorität des Personalumbaus in einer Stärkung digitaler Kompetenzen der Belegschaft. Ein Berater analysiert die vorhandenen Aktivitäten und Kompetenzen und empfiehlt sodann passende Schulungen. Dadurch gelingt es dem Team, einen Teil der operativen Restrukturierung selbst umzusetzen.

#2 Kosteneinsparungen

Kosteneinsparungen sind ein weiterer wichtiger Teil der operativen Restrukturierung. Im Rahmen des Krisenmanagements helfen Berater dabei, die folgenden Kostenpunkten zu reduzieren:

  • Working Capital: Forderungen, Lagerbestände und Verbindlichkeiten machen das Working Capital aus. Hier muss das Potenzial identifiziert und langfristig optimiert werden.
  • Real Estate: Die Immobilien und die Standorte des Unternehmens bieten weiteres Einsparpotenzial. Für die Restrukturierung ist eine übergreifende Strategie wichtig, um für Optimierungen zu sorgen.
  • Belegschaft: Der genannte Personalumbau sowie eine Analyse der Tätigkeiten und Kosten von externen Arbeitskräften und Dienstleistern helfen weiter dabei, während und nach der Restrukturierung Kosten zu sparen.
  • Indirekte Kosten: Auch andere Kostenpunkte, die unabhängig von Personalkosten anfallen, werden bei der operativen Restrukturierung identifiziert und reduziert.

#3 Verbesserte Unternehmensgliederung

Ein weiterer Ansatzpunkt für die operative Restrukturierung ist die Gliederung eines Unternehmens. Oft ist diese nicht ideal. Entsprechend wird der Restrukturierungsexperte Empfehlungen aussprechen, um beispielsweise Unternehmensteile auszugliedern oder neu zu erwerben.

Auch ein Turnaround-Management ist im Rahmen dieser Unternehmenstransaktionen wichtig. Lesen Sie dazu im Blog[2] .

Ablauf der operativen Restrukturierung

Die operative Restrukturierung kann damit beginnen, dass die Führungskräfte eines Unternehmens Restrukturierungsberater engagieren. Diese verschaffen sich einen gründlichen Einblick in die aktuelle Einnahmen- und Ausgabensituation und entwerfen Prognosen und Planungen für das Unternehmen beispielsweise im Hinblick auf Verträge mit externen Dienstleistern oder Lieferanten.

Nach der raschen Umsetzung dieser ersten Maßnahmen können als Nächstes mittel- und langfristige Aspekte der operativen Restrukturierung in den Blick gefasst werden. Dies können etwa Änderungen am bestehenden Produkt, der Aufbau neuer Produktbereiche sowie eine effizientere Personalstruktur sein. Die verfolgten Ziele sind dabei die langfristige Kostensenkung, das Stärken des Vertrauens von Geschäftspartnern in das Unternehmen sowie das Ausschöpfen vorhandener Diversifikationspotenziale.

Sobald die akute Krise abgewendet ist, erarbeiten die Experten für die operative Restrukturierung ein Konzept zusammen mit den Strategieexperten. Themen wie das Reputationsmanagement und die langfristige Personalgestaltung können sodann mit etwas mehr Ruhe betrachtet und gestaltet werden, um das Unternehmen für die Zukunft zu stärken.

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Beispiel für eine operative Restrukturierung

Die Umsetzung einer operativen Restrukturierung gelingt, indem Experten einen Implementierungsplan erstellen, der Verantwortlichkeiten, Meilensteine und eine strikte Projektorganisation enthält. Zudem wird zu jedem Maßnahmenpaket eine Kommunikationsstrategie entwickelt, die garantiert, dass Kommunikation und Handeln miteinander verzahnt sind. So lassen sich Zweifel und Widerstände minimieren.

Die folgenden Ergebnisse können bei einer erfolgreichen operativen Restrukturierung erzielt werden:

  • Erreichung der angepeilten Marge
  • Reduktion der Qualitätskosten um etwa 60%
  • Reduktion der Instandhaltungskosten um etwa 45%
  • Reduktion der Bestände im Umlauf um etwa 75%
  • Konsolidierung des Portfolios durch Streichen einiger Aufträge und Fokus auf essenzielle Kunden
  • Nachträgliche Preissteigerung von etwa 15% bei bestehenden Aufträgen

Ziele der operativen Restrukturierung

Für eine gelungene operative Restrukturierung sind zunächst die Krisenursachen zu bestimmen, der Markt und der Wettbewerb zu analysieren und die Leistungsdefizite des Unternehmens zu identifizieren. Daraus ergeben sich die einzelnen Handlungsfelder der Restrukturierung. Die Experten können feststellen, ob das Unternehmen sanierungsfähig ist, sie geben konkrete Empfehlungen für verschiedene Maßnahmen ab und begleiten deren Umsetzung.

Dabei geht es darum, rasch zu handeln und die Ergebnis- und Umsatzpotenziale des Unternehmens zu heben. Mithilfe einer Analyse, warum und mit welchen Kunden die einzelnen Unternehmensbereiche aktuell Geld verlieren, gelingt es, ein passendes Restrukturierungskonzept zu erarbeiten.

Weitere Ziele der operativen Restrukturierung können etwa darin liegen, die Instandhaltungskosten zu reduzieren, die Auftragsbücher um unrentable Aufträge zu bereinigen und Produktbereiche wirtschaftlich sinnvoll auszubauen. Dabei versuchen die Restrukturierungsexperten stets, eine Unternehmenssanierung gemäß StaRUG zu realisieren, um die Insolvenz zu vermeiden. Die operative Restrukturierung ist der erste Schritt. Ein Restrukturierungsverfahren gemäß StaRUG erfolgt gegebenenfalls im nächsten Schritt.

Ergebnis der operativen Restrukturierung und nächste Schritte

Idealerweise resultiert die operative Restrukturierung in einem Wiederaufbau der Liquiditätsreserven. Bei Ertragskrisen wird eine erfolgreiche Umsetzung des Sanierungskonzeptes das Ergebnis erheblich verbessern. So gelingt es, das Unternehmen aus der Krise herauszuführen und es wieder zu einem profitablen Unternehmen zu machen.

Schon bei den ersten Anzeichen einer Krise ist es sinnvoll, eine operative Restrukturierung zu beginnen. Denn je früher die Experten ihre Arbeit beginnen, desto besser sind die Aussichten auf eine erfolgreiche und schnelle Unternehmenssanierung. Diese erfordert die Bereitschaft der Führungskräfte, sich ebenfalls mit den nächsten Schritten einer solchen Restrukturierung auseinanderzusetzen. Zudem muss das Sanierungskonzept von einer Mehrheit der Gläubiger (75 Prozent) angenommen werden. Im Blog lesen Sie, wie das weitere Restrukturierungsverfahren abläuft.

Nehmen Sie Kontakt zu unseren Restrukturierungsexperten auf und erfahren Sie mehr über die operative Restrukturierung.